Robinson-Liste zum Schutz vor (Post-) Werbung jetzt auch mit Online-Eintrag

Wie Direkt­mar­ke­ting Blog berich­tet, kön­nen Ver­brau­cher sich nun auch online auf die sog. Robinson-Liste zum Schutz vor adres­sier­ter Wer­bung ein­tra­gen. Bis­her war dies ledig­lich schrift­lich oder per Tele­fon mög­lich. Seriöse Unter­neh­men nut­zen die Robinson-Liste zum Abgleich, um nie­man­den anzu­schrei­ben, der keine adres­sierte Wer­bung erhal­ten möchte. Eine gute Sache, fin­det Direkt­mar­ke­ting Blog — dem kann ich mich nur anschlie­ßen. Ein Besuch der Web­seite www.ichhabediewahl.de lohnt auf jeden Fall.

VHS Hersbruck: Soziale Netzwerke und deren Gefahrenpotentiale — 17.11.2012, 14–17 Uhr

Am Sams­tag, den 17.11.2012 fin­det von 14.00 bis 17.00 Uhr in der Volks­hoch­schule Hers­bruck, Emil-Held-Haus, Amber­ger Straße 27, Raum 02 das Seminar

Soziale Netz­werke und deren Gefahrenpotentiale

statt. Die Teilnahme-Gebühr beträgt 24,– €.

Beschrei­bung:

Wie kann es sein, dass ein eigent­lich klei­nes Unter­neh­men wie Face­book Mil­li­ar­den wert sein soll? Oder han­delt es sich dabei eher um den Wert der gesam­mel­ten per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten der Nut­zer? Was steckt hin­ter sozia­len Netz­wer­ken? Was treibt diese an und was moti­viert deren Nut­zer, so viel über sich preis­zu­ge­ben? Was ist Pro­filing und wie kann ich mich davor schüt­zen? Wel­che unbe­dach­ten Rechts­ver­stöße kön­nen bei der Nut­zung sozia­ler Netz­werke unter­lau­fen? Diese und wei­tere Fra­gen beant­wor­tet Ihnen der Dozent, frei­be­ruf­li­cher Bera­ter für Daten­schutz und Daten­si­cher­heit im Rah­men die­ser Veranstaltung.

Zur Anmel­dung

Meldegesetz vom Tisch — vorerst

Wie erwar­tet erhofft hat der Bun­des­rat in sei­ner Sit­zung am 21.09.2012 das umstrit­tene Mel­de­ge­setz erst mal gestoppt. Am 28.06.2012 hatte der Bun­des­tag die soge­nannte “Fort­ent­wick­lung des Mel­de­we­sens” mit den Stim­men der schwarz-gelben Koali­tion ver­ab­schie­det. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, denn gerade mal fünf Minu­ten zuvor war der Anpfiff des EM-Halbfinales Deutsch­land — Ita­lien ange­pfif­fen. Wohl auch des­halb waren nur wenige Abge­ord­nete anwe­send. Ursprüng­lich war vor­ge­se­hen, dass Daten­wei­ter­ga­ben an Wer­be­trei­bende aus­schließ­lich nach expli­zi­ter Ein­wil­li­gung der Bür­ger erlaubt wäre. Doch diese For­mu­lie­rung wurde in den Aus­schüs­sen kurz zuvor geän­dert. Jetzt muss sich der Ver­mitt­lungs­aus­schuss mit dem Thema befassen.

Quelle

Nächste Übergangsfrist läuft aus, Bußgeldrisiko für Werbetreibende

Zum 31.08.2012 läuft die Über­gangs­re­ge­lung für § 28 BDSG für Wer­be­zwe­cke aus. Ab dem 01.09.2012 heißt es dann, per­so­nen­be­zo­gene Daten und die soge­nann­ten “Lis­ten­da­ten” aus­schließ­lich noch mit wirk­sa­mer Ein­wil­li­gung für Wer­be­zwe­cke zu nut­zen. Laut dem Buß­geld­ka­ta­log des Bun­des­da­ten­schutz­ge­set­zes kön­nen durch­aus Beträge bis 300.000 Euro bei Nicht­ein­hal­tung fäl­lig wer­den. Grund genug für alle Wer­be­trei­ben­den, sich mit den aktu­el­len Rege­lun­gen auseinanderzusetzen.

Was sind Listendaten?

Die Defi­ni­tion lie­fert § 28 Absatz 3 BDSG: “ Dar­über hin­aus ist die Ver­ar­bei­tung oder Nut­zung per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten zuläs­sig, soweit es sich um lis­ten­mä­ßig oder sonst zusam­men­ge­fasste Daten über Ange­hö­rige einer Per­so­nen­gruppe han­delt, die sich auf die Zuge­hö­rig­keit des Betrof­fe­nen zu die­ser Per­so­nen­gruppe, seine Berufs-, Bran­chen– oder Geschäfts­be­zeich­nung, sei­nen Namen, Titel, aka­de­mi­schen Grad, seine Anschrift und sein Geburts­jahr beschrän­ken, und die Ver­ar­bei­tung oder Nut­zung erfor­der­lich ist”

Hier sollte gleich beach­tet wer­den, dass wei­tere Anga­ben wie Tele­fon– und Fax­num­mern, Email-Adresse oder das voll­stän­dige Geburts­da­tum nicht unter diese Defi­ni­tion fallen!

Betrof­fen sind eben­falls Lis­ten­da­ten, die noch vor der BDSG Novelle vom 01.09.2009 erho­ben wurden.

Was bedeu­tet das nun konkret?

Per­so­nen­be­zo­gene Daten, unab­hän­gig ob Alt– oder Neu­be­stand, wie Tele­fon­num­mer und Email-Adresse dür­fen ab dem 01.09.2012 nur noch mit gül­ti­ger Ein­wil­li­gung des Betrof­fe­nen zu Wer­be­zwe­cken genutzt werden.

Eine elek­tro­ni­sche Ein­wil­li­gung muss durch den Wer­be­trei­ben­den pro­to­kol­liert wer­den und auf Anfor­de­rung nach­weis­bar sein. Hier gilt es, aktu­elle Ver­fah­rens­wei­sen sorg­fäl­tig zu prü­fen und anzupassen.

Gibt es Ausnahmen?

Der Gesetz­ge­ber hat einige Aus­nah­men vor­ge­se­hen, den Rah­men jedoch recht eng gestellt:

  1. Für Wer­bung an Bestands­kun­den dür­fen Lis­ten­da­ten ohne Ein­wil­li­gung genutzt wer­den (Ach­tung: beach­ten Sie, was Lis­ten­da­ten kon­krekt sind, siehe Defi­ni­tion wei­ter oben)
  2. Lis­ten­da­ten aus all­ge­mein zugäng­li­chen Adress– und Bran­chen­ver­zeich­nis­sen dür­fen eben­falls ohne Ein­wil­li­gung genutzt werden
  3. Für berufs­be­zo­gene Wer­bung an eine beruf­li­che Anschrift wird eben­falls keine Ein­wil­li­gung benö­tigt (postalisch)
  4. Gemein­nüt­zige Orga­ni­sa­tio­nen dür­fen für Spen­den­auf­rufe eben­falls Lis­ten­da­ten ohne Ein­wil­li­gung nutzen
Doch Ach­tung: diese Aus­nah­men gel­ten nur für Brief­wer­bung. Für Tele­fon– und Email-Werbung wird die Ein­wil­li­gung zwin­gend benötigt.
Tipps zur Umsetzung
  1. Tren­nen Sie Alt­da­ten von Neu­da­ten, das erleich­tert das Hand­ling unge­mein. Für Neu­da­ten holen Sie selbst­ver­ständ­lich bereits heute die not­wen­dige Ein­wil­li­gung beim Betrof­fe­nen ein. Wol­len Sie Alt­da­ten nut­zen, kön­nen Sie auf diese über­sicht­lich zurück­grei­fen und die feh­lende Ein­wil­li­gung nachholen.
  2. Daten­sätze soll­ten gene­rell mit den fol­gen­den Merk­ma­len ver­se­hen wer­den: Datum des Zugangs, Daten­her­kunft und idea­ler­weise die dazu­ge­hö­rige Zweckbindung
  3. Ver­mei­den Sie pau­schale Anga­ben in der Ein­wil­li­gung
  4. Fra­gen Sie doch ein­fach Ihren Daten­schutz­be­auf­trag­ten. Sie haben kei­nen? For­dern Sie Ihr Ange­bot kom­for­ta­bel online an.
 Wol­len Sie mehr über die in 2009 ange­stos­se­nen Ände­run­gen des Bun­des­da­ten­schutz­ge­set­zes erfah­ren? Dann fin­den Sie in unse­rem Part­ner­fach­blog datenschutzbeauftragter-info.de eine gute Übersicht.

 

Umstrittenes Schnüffel-Projekt der SCHUFA beerdigt — keine Ausspähung sozialer Netzwerke wie Facebook & Co

So schnell wie das höchst umstrit­tene Pro­jekt der SCHUFA in den Fokus der Bericht­er­stat­tung gelangt ist, so schnell wurde das Pro­jekt auf­grund der zahl­rei­chen Pro­teste der Daten­schüt­zer, Poli­tik und Ver­brau­cher wie­der beer­digt. Das von der SCHUFA mit der Pro­jekt­idee beauf­tragte HPI (Hasso-Plattner-Institut) kün­digte den Ver­trag. stern.de vermeldet:

“Ange­sichts man­cher Miss­ver­ständ­nisse in der Öffent­lich­keit über den ver­ein­bar­ten For­schungs­an­satz und dar­auf auf­bau­en­der Reak­tio­nen könne ein sol­ches wis­sen­schaft­li­ches Pro­jekt nicht unbe­las­tet und mit der nöti­gen Ruhe durch­ge­führt wer­den”, so der HPI-Direktor Chris­toph Mei­nel am heu­ti­gen Tage.

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